essenZielles über Trockenfrüchte

Trockenfrüchte unter die Lupe genommen
Datteln als Backzutat, Rosinen im Müsli und getrocknete Aprikosen als Snack für zwischendurch. Getrocknete Früchte tauchen in Rezepten auf, wo sie den Zucker ersetzen. Und sie werden auch immer mal wieder als gesunder und nährstoffreicher Snack angepriesen. Das freut den Gaumen, denn die kleinen Früchtchen sind unglaublich süß. Wir schauen uns in diesem Monat die schrumpeligen Leckereien mal genauer an.

Fake Food oder Real Food?

Um einordnen zu können, ob Trockenfrüchte eher Fake Food oder Real Food sind, hilft es, sich den Herstellungsprozess einmal anzusehen. Denn wie die Bezeichnung schon erahnen lässt: Trockenfrüchte werden getrocknet. Bei der Herstellung, die häufig in einem Dörrautomaten stattfindet, verliert das ursprüngliche Obst die Flüssigkeit. Was bleibt sind hochkonzentrierte Nährstoffe: zum einen natürlich Mikronährstoffe und Ballaststoffe, zum anderen aber auch Trauben- und Fruchtzucker.
Für die Optik wird das getrocknete Obst anschließend häufig noch geschwefelt, denn dadurch bleibt die Farbe des frischen Obstes erhalten. Vielleicht kennst du das von den Aprikosen? Mit dem Antioxidationsmittel Schwefeldioxid bleiben sie orange, ohne Schwefelung wird die Farbe abgebaut und sie werden bräunlich.
Durch das Schwefeln und durch die Wärme bei der Trocknung verliert das Obst an Vitaminen. Das hitzeempfindliche Vitamin C wird zum Beispiel zerstört. Wer Zusatzstoffe vermeiden möchte, kann zu Bio-Trockenfrüchten greifen, denn in deren Herstellung ist der Einsatz von Schwefel verboten.

Der hohe Gehalt an Zucker macht aus dem Obst kleine Süßigkeiten, die den Blutzuckerspiegel nach oben schnellen lassen. Bei dem Zucker in Obst handelt es sich vor allem um Fruchtzucker, die sogenannte Fruktose. Diese wird, anders als Haushaltzucker, direkt von der Leber zu Glukose umgewandelt und ins Blut weitergegeben, um den Zellen Energie zu liefern. Hauptempfänger für Glukose sind die Muskeln. Wenn die Muskeln jedoch schon längere Zeit Pause machen, dann wird der Fruchtzucker statt zu Glukose bei vielen zu Fett umgebaut. Bei einem hohen Fruchtzuckerkonsum wird die Leber von Bewegungsmuffeln so langfristig belastet, was das Risiko für einige Erkrankungen erhöht.
Durch den hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen können Trockenfrüchte aber unsere Zellen schützen. Vor allem gelbe und orangefarbene Früchte liefern das Provitamin β‍-‍Carotin und sind somit gut für unsere Augen und die Haut. Datteln sind besonders mineralstoffhaltig und enthalten zudem noch die Aminosäure Tryptophan, woraus unser Körper das Glückshormon Serotonin machen kann. Durch den hohen Ballaststoffgehalt können Trockenfrüchte die Verdauung auf Trab bringen. Besonders getrocknete Pflaumen glänzen mit ihrem Sorbitgehalt und können dadurch die Darmbewegungen etwas in Schwung bringen.

Die Menge macht hier tatsächlich den Unterschied. Verglichen mit der frischen Variante sind Trockenfrüchte wesentlich stärker verarbeitet, haben mehr Kalorien und die Konzentration an Zucker ist deutlich höher. Wir bezeichnen Trockenfrüchte daher als gesunde Süßigkeit, die aber – wie jede andere Süßigkeit auch – in Maßen gegessen werden sollte.

 

Wir empfehlen, Trockenfrüchte am besten so zu verwenden:

Stell dir beim Essen einer getrockneten Aprikose vor, es sei eine frische Frucht. Wie viele von den frischen Varianten würdest du essen? Zwei? Oder drei? Wahrscheinlich nicht fünf oder sechs. Durch das kleinere Volumen sind Trockenfrüchte wesentlich schneller im Mund und dann im Magen als es mit ganzem Obst in derselben Zeit möglich wäre. Deshalb lautet unser Tipp: Denk dir das Obst „frisch“ und überleg mal, wie viel du davon essen würdest. Die Menge macht’s!

Als Zuckerersatz liefern Trockenfrüchte eine Menge Mikronährstoffe, die ihren Weg sonst nicht in das Rezept gefunden hätten. Und auch geschmacklich können sie mit ihrer eigenen Note das ein oder andere Gericht abrunden.
Hast du schon unsere HAFER-DATTEL-GEWÜRZLINGE entdeckt? Sie sind seit zwei Jahren unsere liebste Weihnachtssüßigkeit (und haben es sogar schon ins Fernsehen geschafft). Und auch in unserem APFEL-WALNUSS-RAGOUT sorgen getrocknete Aprikosen für Süße und viele Mikronährstoffe in der kalten Jahreszeit.
Du magst es lieber herzhaft? Bei uns dürfen getrocknete Früchte auch mal in deftiges Essen: Die GEWÜRZ-TAJINE MIT RINDFLEISCH wärmt von innen und die getrockneten Pflaumen verleihen dem ganzen Gericht das besondere Etwas.

 

… und die essenZ daraus:

Trockenfrüchte sollten als das angesehen werden, was sie sind: ein zuckerreicher Snack, denn frisches Obst ersetzen sie leider nicht. Verglichen mit anderen zuckerhaltigen Snacks haben die getrockneten Leckerbissen bei den Mikronährstoffen und beim Ballaststoffgehalt jedoch definitiv die Nase vorn und können so gerne in Maßen genossen werden oder als Zuckerersatz teilweise in Rezepte integriert werden.

 

(Janina Kaiser)


Bild / Titelfoto: © Engin_Akyurt / pixabay.com

Mittwoch, 01 Dezember 2021 05:45

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